Kurkuma-Fälschungen überschwemmen den Markt

Man glaubt es kaum, aber auch Gewürze sind vor Fälschungen nicht gefeit. Denn die Nachfrage sowohl nach der Kurkuma-Knolle als auch dem nativen Kurkuma-Pulver ist in den letzten 5 Jahren exorbitant angestiegen. Es gibt mittlerweile kaum einen Haushalt, der kein Kurkuma-Gewürzglas im Regal stehen hat. Diese Nachfrage muss bedient werden. Indien gilt heute immer noch als das Hauptexportland dieser ostasiatischen Heilknolle. Zwar werden 70-80% der heimischen Kurkuma-Pflanze in Indien selbst konsumiert, jedoch nimmt der Export in andere Teile der Erde vermehrt zu. Daher liegt es auf der Hand, dass die Kurkuma-Qualität ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des richtigen Produktes ist. Aber wie wird Kurkuma heute überhaupt gefälscht und wie gravierend ist das Ausmaß an Kurkuma-Fälschungen?

In diesen Ländern wird Kurkuma verstärkt angebaut:
Indien, China, Sri Lanka, Taiwan, Java aber auch in Peru, sowie Australien.

 

Falsches Kurkuma und Curcumin – So wird es gefälscht

Bereits im Jahr 2011 wurde bekannt, dass Kurkuma-Pulver von Herstellern gestreckt oder sogar gefälscht wurde (Food Safety News, 2016. Six brands of turmeric added to recall for excessive lead).  Einige Jahre später wurde in den USA eine groß angelegte Studie zur Qualität von Kurkuma-Extrakten durchgeführt, mit sehr ernüchterndem Ergebnis: Rund 70% der Kurkuma-Extrakte waren mit giftigen Substanzen versetzt und sogar bei 50% aller getesteten Produkte konnte synthetisches Curcumin nachgewiesen werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29808963). Nicht wenige globale Hersteller wurden daraufhin gerichtlich verfolgt und mussten ihre Produkte vom Markt nehmen. Daher wird zunehmend an Möglichkeiten geforscht „falsches Kurkuma“ zu identifizieren.

Doch wie lässt sich der natürliche Kurkuma-Extrakt wirklich fälschen?

Es haben sich mittlerweile zwei Methoden etabliert, um Kurkuma-Pulver oder auch Kurkuma-Extrakt, das in vielen therapeutischen Kurkuma-Kapseln vorkommt, zu fälschen:

  • Das Kurkuma-Pulver wird ganz einfach gestreckt. Dies geschieht mit Substanzen wie Sägemehl, Stärke oder anderen pulverartigen Stoffen. Anschließend wird das Pulver in der Kurkuma-typischen orange-gelben Farbe gefärbt. Abgesehen von der Verbrauchertäuschung kann das Strecken mit solchen Substanzen gesundheitsgefährdend sein. Denn zum Färben wird häufig Blei-Chromat verwendet, was sich bei längerer Einnahme als stark gesundheitsschädigend erweisen kann.
  • Eine andere Möglichkeit der Kurkuma-Fälschung ist das so genannte Kurkuma-Spiking. Diese Methode betrifft allerdings überwiegend Kurkuma-Extrakte, die in Kurkuma-Kapseln zu finden sind und meist therapeutisch eingesetzt werden. Beim Kurkuma-Spiking wird der natürliche Kurkuma-Extrakt mit synthetisch-hergestelltem Kurkuma gestreckt. Dabei kommen fossile Brennstoffe wie Petroleum oder sogar Lösungsmittel zum Einsatz. Der Kurkuma-Extrakt ist dann nicht mehr so effektiv in der Therapie und kann sogar gefährlich für die Gesundheit sein. Seinen Ursprung hat das Kurkuma-Spiking in den USA, von da aus schwappte es nach Europa über und gelangt zunehmend auf den Markt.

Leider können Verbraucher nicht auf den ersten Blick erkennen, ob es sich um echten Kurkuma-Extrakt handelt oder ob dieser auch gestreckt wurde, sei es durch Zusätze wie Sägemehl oder das noch weitaus gesundheitsschädigende Kurkuma-Spiking. Somit ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Kurkuma-Produkte ein Bio-Siegel tragen, wobei allerdings auch klar gesagt werden muss, dass Produkte, die kein Bio-Siegel tragen auch aus ökologischer Landwirtschaft stammen können. Aber gibt es vielleicht doch einen Weg falsches Kurkuma zu erkennen?

Kurkuma-Qualität – Darauf müssen Sie achten

Zwar ist falsches Kurkuma nicht direkt erkennbar, es gibt jedoch einige Punkte auf die man als Verbraucher achten sollte, wenn es um den Kauf von Kurkuma-Extrakten geht. Lange galt die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie, kurz HPLC, als das Non-Plus-Ultra bei dem Nachweis von gestrecktem Kurkuma-Extrakt. Doch Hersteller haben auch hier eine Möglichkeit gefunden, den sensiblen Test zu umgehen. Mittlerweile hat sich die so genannte C14-Methode, die auch als Radiocarbonmethode bekannt ist, für die Identifizierung synthetischer Kurkuma-Extrakte als sehr vielversprechend erwiesen. Denn es untersucht die Extrakte dahingehend, ob das Kohlenstoff-Isotop C14 enthalten ist oder nicht. In synthetischen Kurkuma-Extrakten kommt das Isotop C14 nämlich nicht vor. Dies ist bisher die zuverlässigste Methode falsches Kurkuma zu erkennen. Allerdings gibt es nur wenige Anbieter von Kurkuma-Präparaten, die diese Untersuchung vornehmen und ihre Produkte mit einem C14 Siegel zertifizieren lassen.

Aber auch Herkunft und Preis spielen selbstverständlich eine große Rolle. Aufgrund der starken Nachfrage nach Kurkuma-Produkten, sei es lediglich Gewürzpulver oder sogar Kurkuma-Kapseln, wird viel mangelhaftes und gestrecktes Kurkuma aus China importiert. Kurkuma aus Ländern wie Indien oder Sri Lanka und zudem aus biologisch-nachhaltigem Anbau ist relativ sicher in der Qualität.

Nicht zuletzt ist auch der Preis bei Kurkuma-Produkten ein wichtiges Signal für gute Qualität. Denn sowohl die C14-Zertifizierung, eine professionelle Fertigung unter pharmazeutischer Qualität, regelmäßige Kontrollen und andere Zertifizierungen sind sehr kostspielig und Hersteller müssen diese Kosten decken können. Daher sind vor allem günstige Kurkuma-Präparate mit Vorsicht zu genießen.

Checkliste für den Kurkuma-Kauf

Somit sollte beim Kauf von Kurkuma-Extrakten und Kurkuma-Kapseln auf folgendes geachtet werden:

  • Herkunft des Rohstoffs vorwiegend nicht aus China
  • C14 zertifiziert
  • Ein nicht zu niedriger Preis

Wenn diese Punkte berücksichtigt werden, sollte beim Kauf von Kurkuma-Präparaten nichts schief gehen.

Quellen