Wie Bio ist Bio-Kurkuma?


In letzter Zeit sind Kurkuma und insbesondere dessen Bestandteil Curcumin, immer stärker als Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel in den Medien vertreten. Immer mit dem Hinweis, dass Bio-Kurkuma besser ist als konventionell hergestelltes Kurkuma.

Da stellt sich die Frage, wie gut beziehungsweise aussagekräftig sind die Bio-Siegel und Angaben der Hersteller, die Bio-Kurkuma anbieten?

Es gibt viele verschiedene Bio-Siegel, aber welchem kann man beim Kauf von Bio-Kurkuma trauen?

Bio-Siegel

Ein häufig auftretendes Siegel ist das EU-Biosiegel. Dies zeigt weiße Sterne auf einem rechteckigen grünen Hintergrund. Allerdings gibt dieses Siegel nur Mindeststandards vor. Außerdem sind die Mindeststandards an sich ebenfalls kritisch zu betrachten.

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Probleme des EU-Siegels

Ein Problem des Siegels sind die Herkunftsangaben. Es reicht, dass angegeben wird ob das Produkt aus der EU oder nicht-EU Ländern stammt. Ein weiteres Problem ist, dass die Überwachung der Qualität von privatwirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt wird. Es gibt also keine staatliche Stelle die die Ergebnisse der Qualitätskontrolle überwacht.

Zur Zertifizierung für das Bio-Siegel wird zu Beginn einmalig kontrolliert, ob der Anbaubetrieb den Standards genügt. Anschließend reicht eine jährliche Kontrolle um das Siegel zu behalten. Kurkuma wächst in tropischen und subtropischen Regionen. Dabei kann man fragen wer die Betriebe außerhalb der EU kontrolliert. Als Beispiel Indien, größter Kurkumaproduzent und Verbraucher, dort werden etwa 80% des weltweit gehandelten Kurkumas angebaut. Schaut man in die entsprechende EU-Verordnung sieht man, dass auch für die Überprüfung von Betrieben außerhalb der EU private Unternehmen zuständig sind.

Ein weiteres Problem der Kriterien ist, dass bis zu 5% eines Produktes aus konventionellem Anbau, beziehungsweise Herstellung, stammen dürfen. Das ist bei Bio-Kurkuma besonders heikel, da der Anteil an Curcumin bei 3-5 % liegt. Das Problem hierbei ist, dass Curcumin auch synthetisch hergestellt werden kann. Wer kann also garantieren, dass das Curcumin, welches im Bio-Kurkuma enthalten ist, nicht synthetisches Curcumin ist?

In den EU Bio-Richtlinien ist ein Verzicht auf chemischen Dünger und Gentechnik vorgeschrieben. Aber vor allem Chemikalien aus Dünger können sich in der Erde und Grundwasser anreichern. Da Kurkuma eine wasserintensive Pflanze ist können auf diesem Weg ungewollte Chemikalien in den Bio-Kurkuma gelangen.

Nachweisprobleme in den Anbauländern

Ein weiteres Problem ist, dass in den Herkunftsländern oft noch Geschäfte per Handschlag betrieben werden, es also keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Es gibt in diesen Regionen auch kein Verlangen dies zu ändern. Dass Chargen von verschiedenen Produktionsstätten streng voneinander getrennt bleiben ist nicht immer möglich. Wie kann dann garantiert werden, dass es keine Vermischung von Bio-Kurkuma mit konventionell angebautem Kurkuma gibt? Da stellt sich die Frage wie viel Bio steckt im Bio-Kurkuma? Die EU Richtlinien schreiben zwar eine lückenlose Dokumentation vor, aber wer kann nachweisen ob diese eingehalten wurde?

Denkt man zurück an das Jahr 2011, dann erinnert man sich vielleicht an den WWF, der nach dem Film „Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt“ in Erklärungsnot geriet. Der Film deckte auf, dass durch den WWF Palmölplantagen, die nicht nachhaltig waren, dennoch als solche zertifiziert wurden.

Wenn schon Organisationen wie der WWF zu solchen Mitteln greifen, wie glaubhaft kann dann die Kontrolle durch privatwirtschaftliche Unternehmen sein?

Ein weiteres Problem ist der Transport, denn bei falscher Lagerung können Schadstoffen im Kurkuma entstehen. Da bringt der beste Bio-Anbau nichts mehr wenn das Bio-Kurkuma auf dem Transportweg verdirbt.

Leider waren keine eigenen Studien dazu zu finden, ob Bio-Kurkuma wirklich besser als konventioneller Kurkuma ist.