Piperin oder Mizell

Kurkuma ist in der Forschung schon seit längerer Zeit als pflanzliche Medizin für diverse Krankheiten und Symptome bekannt. Sein Hauptbestandteil Curcumin spielt hierbei eine herausragende Rolle. Bei der Herstellung von Arzneimitteln hat der Wirkstoff allerdings einen entscheidenden Nachteil. Da das Curcumin nur schwer wasserlöslich ist, kann es über den Magen-Darm-Trakt nur bedingt aufgenommen werden. Damit verlässt es den Körper nahezu unverbraucht wieder auf dem natürlichen Weg. Um eine bessere Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper zu gewährleisten, kann das Kurkuma mit anderen Stoffen in Kombination verabreicht werden. Hier haben sich mittlerweile zwei verschiedene Kombinationen etabliert. Dabei wird dem pflanzlichen Wirkstoff entweder Piperin hinzugefügt oder das Curcumin in flüssige Form gebracht, sogenanntes „Mizell-Curcuma“.

Kurkuma mit Piperin oder Mizell-Curcuma?

Beide Kombinationen haben in mehreren Studien eine deutlich verbesserte Aufnahme von Curcumin in den Körper bewirken können. Bei diesen Studien konnte eine um das 10-fach erhöhte Aufnahme von Kurkumin in den Kreislauf nachgewiesen werden.

Auch wenn die Anreicherung von Mizell-Kurkuma eine noch relativ junge Methode zur Steigerung der Wirksamkeit von Curcumin ist, liefert sie aus wissenschaftlicher Sicht mehrere entscheidende Vorteile gegenüber der Verwendung von Piperin. Bei den Mizellen handelt es sich um natürliche Fettsäuren, die sich in einer nicht fettlöslichen Umgebung befinden. Der wichtigste Vorteil bei der Mizellenanreicherung ist, dass sie sich mit ihrem nicht-wasserlöslichen Anteil nach innen ablagern und somit eine wasserlösliche Schicht bilden. Da der Körper zu einem Großteil aus Wasser besteht, kann das Piperin so im Magen-Darm-Trakt gelöst werden. Über die Schleimhäute gelangt es so in größeren Mengen in den Blutkreislauf.  Außerdem können Mizellen grundätzlich vom Körper selber hergestellt werden und werden daher nicht als Fremdkörper angesehen.

Ein weiterer Vorteil in der Verwendung von Mizellen liegt in der Verträglichkeit. Bei dem Wirkstoff Piperin handelt es sich um ein Alkaloid. Dies wird im Magen durch die vorhandene Magensäure aufgespalten. Bei dieser Aufspaltung kann auch in geringen Mengen Formaldehyd abgespalten werden. Diese werden bei einer längerfristigen Einnahme zu Magen-Darmreizungen und schlimmstenfalls können sie zu einer Krebserkrankung führen. Die Verwendung von Mizellen hingegen konnte in wissenschaftlichen Studien bis jetzt keine nennenswerten Nebenwirkungen nachweisen, womit ein weiterer klarer Vorteil der Mizellenanreicherung nachgewiesen ist.