Kurkuma Kapseln

Wer nimmt Kurkuma Kapseln?

Kurkuma und dessen wichtiger Inhaltsstoff, das Curcumin, bietet sehr viele Möglichkeiten zur Anwendung bei verschiedensten gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen. Dabei wird das gesundheitliche Potential von Curcumin jedoch durch das Problem der Bioverfügbarkeit stark limitiert (s. Bioverfügbarkeit).

Bedeutet: Kurkuma in seiner nativen Form, also einfach nur verpulvert, zu sich zu nehmen als Gewürz oder Getränk bringt dem Menschen im Endeffekt recht wenig: Das Curcumin ist nämlich fettlöslich und wird im Darm-Trakt nur in sehr geringer Weise resorbiert. Es wird direkt wieder ausgeschieden, ohne, dass es in die Blutbahn des Menschen gelangt und man letztendlich nicht von den Wirkungsweisen profitieren kann.

Kurkuma Kapseln – um die Wirkungen optimal zu nutzen!

Vielen ist diese Problematik mittlerweile bekannt. Daher greifen immer mehr Menschen auf Produkte zurück und verwenden Kurkuma nicht mehr in der Küche, sondern nehmen es in Kapsel-Form zu sich. Dies hat große Vorteile: Man kann das Curcumin in komprimierter Form aufnehmen und dem Körper so eine größere Menge Curcumin zuführen. Dies erhöht letztendlich die Aufnahmerate.

Allerdings muss man hier auch aufpassen. Denn auch bei Kurkuma Kapseln gibt es verschiedene Darreichungsformen und die Anteile der Curcuminoide schwankt stark. Daher wird in vielerlei Hinsicht das Problem der Bioverfügbarkeit nur bedingt gelöst. So ist eine Anreicherung von Curcumin mit Lecithin kaum wirksamer als „normales“ Pulver-Kurkuma. Allem überlegen ist jedoch das sogenannte Mizellen-Kurkuma, einer neu erforschten Darreichungsform, welche das fettlösliche Curcumin wasserlöslich macht und somit maximal aufgenommen werden kann.Der Kurkuma Testsieger

Kurkuma Kapseln – welche wirken letztendlich wie?

Curcumin wird in unserem Verdauungssystem nur in geringem Maße resorbiert und kann entsprechend auch nicht sein volles Potential entfalten. Mithilfe verschiedener Zusätze und Anreicherungen hat man versucht die Bioverfügbarkeit von Curcumin zu steigern, was dazu geführt hat, dass im Internet diverse Kurkuma-/Kurkumin-Produkte zum Verkauf angeboten werden, welche starken Schwankungen in der Qualität unterliegen und teilweise widersprüchliche Werbeaussagen tätigen.

Im Folgenden möchten wir einige der geläufigsten Kurkuma-Präparate bzw. dessen Darreichungsformen vorstellen:

Natives Curcumin

Mit nativem Curcumin ist letztendlich „normales“ Pulver genannt bzw. das darin enthaltene Curcumin. Es steigert die Bioverfügbarkeit letztendlich nicht, da es kaum aufgenommen werden kann. Alle anderen Darreichungsformen werden daher mit dem nativen Curcumin verglichen, weil es letztendlich die Ausgangsform darstellt.


Curcumin + Essentielle Öle und Lecithin

Die Anreicherung von Curcumin mit essentiellen Ölen und Lecithin war der erste Ansatz, nachdem man erkannt hatte, dass Curcumin fettlöslich ist. Das Curcumin wird hier sehr einfach ausgedrückt noch fettlöslicher gemacht als es ohnehin schon ist. Im Nachhinein hat sich dieser Ansatz jedoch nur als bedingt wirksam erwiesen, da die Bioverfügbarkeit lediglich um das 4-fache gegenüber nativem Curcumin gesteigert werden kann.

Nanopartikulierung

Die Nanopartikulierung basierte auf neueren Erkenntnisse der Pharmazie. Hier werden die Curcuminoide in sehr kleine Elemente geteilt, also sehr kleinteilig gemacht, im Nanometerbereich. Somit kann eine sehr komprimierte Form in Kapsel-Form aufgenommen werden. Auch, wenn im Endeffekt auch hier eine sehr große Menge ausgeschieden wird, gelangt in der absoluten Anzahl (nicht relativen) etwas mehr Curcumin in den Organismus.

Curcumin + Piperin

Die meisten Anbieter von Kurkuma Kapseln reichern ihr Curcumin mit Piperin an. Piperin ist ein Bestandteil von schwarzem Pfeffer und für dessen Schärfe verantwortlich. Der Hintergedanke: Zusammen mit der Einnahme reizt das Piperin den Magen-Darm-Trakt, macht ihn also verwundbar, damit so das Curcumin absorbiert wird und übertreten kann.

Dies klingt in erster Linie logisch und natürlich. Allerdings sollte dieses Verfahren äußerst kritisch betrachtet werden: Einerseits muss eine dauerhafte Einnahme erfolgen, also 4-8 Kapseln am Tag. Das bedeutet aber auch, dass der Darm dauerhaft gereizt wird. Dies ist natürlich nicht empfehlenswert. Darüber hinaus deaktiviert Piperin das Leberenzym CYP3A4. Dieses Leberenzym besitzt fast jeder Mensch in Mitteleuropa und ist wichtig bei der Metabolisierung der Leber, denn es wehrt Fremdstoffe ab. Wenn also dieses Enzym dauerhaft ausgeschaltet ist, kann es zu Überdosierungen bei einer Medikamenten-Einnahme (sogar schon bei Ibuprofen o.Ä.) oder dem Konsum von bspw. Alkohol kommen.

Curcumin + Bioperin

Bioperin ist ein erfundenes Wort. Es besteht aus dem in der Bevölkerung so beliebten und positiv belegtem Wort „Bio“ und eben Piperin (s.o.). Es ist also in seiner Darreichungsform nichts anderes, außer, dass das Wort „Bio“ untergebracht wird und den Verbraucher damit zu locken. Auch Bioperin ist wie Piperin letztendlich schwarzer Pfeffer. Es reizt den Darm und kann das wichtige CYP3A4 dauerhaft ausschalten. Vor allem muss Curcumin mit Piperin mehrfach am Tag eingenommen werden, demzufolge wird der Darm dauerhaft gereizt und das Leberenzym dauerhaft deaktiviert. Diese Darreichungsform ist nicht zu empfehlen!

Mikrokristallisation

Um die gefährliche Form des Piperins zu umgehen wird bei manchen Kapseln auf die Mikrokristallisation zurückgegriffen. Dies ist die Weiterentwicklung der Nanopartikulierung (s.o.). Das Prinzip ist das Gleiche, nur dass die Elemente noch kleiner (Mikroebene) gemacht werden. Somit wird in noch komprimierterer Form das Kurkuma in Kapseln aufgenommen. Studien belegen die bemerkenswerte 27-fach höhere Aufnahmerate gegenüber nativem Curcumin.

Mizellen-Kurkuma

Den Stein ins Rollen brachte ein gefördertes Projekt der Bundesregierung vor zwei Jahren ins Rollen: Forscher der Universität Hohenheim unter Prof. Jan Frank gelang im wahrsten Sinne der Durchbruch: Das fettlösliche Curcumin wird in Stoffe verpackt, welche wasserlöslich sind, und somit vom Körper besser aufgenommen werden kann. Die sogenannte Mizell-Formulierung oder bzw. die Schaffung von Mizellen-Kurkuma. Mizellen werden in unserem Körper auf natürliche Weise durch die Ausschüttung von Gallensäure gebildet und helfen, fettlösliche Nährstoffe über die Darmmembran zu transportieren. Ein Prominentes Beispiel ist die Aufnahme von Milch. Bei Kurkuma kann die Galle dies so einfach nicht. Daher wird bei Mizellen-Kurkuma dieser natürliche Vorgang mit der Anreicherung von einem Öl nachgebaut. Hier wird in Kapsel-Form das Curcumin von wasserlöslichen Bläschen umhüllt. Das Mizellen-Kurkuma bzw. das Curcumin kann somit ideal aufgenommen werden. Studien hierzu belegen die 185-fach höhere Bioverfügbarkeit von Mizell-Kurkuma gegenüber nativem Kurkuma (Gewürz-pulver).

Lesen Sie hierzu diesen Artikel der Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Forschung/1-HightechStrategie/4-Gesundes-Leben/curcumin/_node.html

Wie Kurkuma einnehmen?

Im Idealfall kombiniert man die Einnahme von „normalem“ Pulver und Kapseln. Das Gewürz kann man in Gerichten verwenden oder sich eine „goldene Milch“ / als Paste zubereiten. Die Frage ist, ob man täglich Kurkuma in seinem Essen genießen kann. Die Kapseln gewährleisten, dass letztendlich auch das wertvolle Curcumin im Körper ankommt. Bei Mizell-Kurkuma (zumindest die von uns getesteten) reicht die Einnahme von 2 Kapseln täglich aus. Wie unter dem Reiter Bioverfügbarkeit beschrieben, besitzen Kurkuma Kapsen mit schwarzem Pfeffer eine 9-fach geringere Aufnahme (185-fach zu 20-fach). Zwar geben viele Piperin / Bioperin Hersteller eine Einnahme von 2-3 Kapseln (nur) an. In Wirklichkeit müsste aber hiervon wesentlich mehr eingenommen werden, um an Mizellen-Kurkuma ranzukommen.